Rodeo in Tejalpa

26 Sep

Rodeo-Action in der Stierkampfarena! Um das eingegitterte Areal hat man heute morgen noch schnell zwei Tribünen hochgezogen. Bereits am späten Nachmittag sind fast alle Plätze belegt, das Programm hängt zwar, aber man sitzt gerne und kommt deswegen ein bisschen früher. Es geht los mit zwei Sängern hier aus dem Dorf. Der erste hat es ganz gut drauf und trällert zum Playback frohgemut seine Schnulzen in den Himmel. Der andere versagt. Die meisten schauen verlegen in den zuziehenden Himmel, andere nutzen die Zeit zum Quatschen oder Popcorn kaufen. Als er den vierten Song ansagt, werden die Leute langsam unruhig. Es werden zehn. Am Ende sind die meisten besoffen.

Jetzt: Die Imitatoren. Los geht es mit Paquita La Del Barrio: Die korpulente Ranchera-Sängerin hat in der aufgeblasenen Ledertunte ein angemessenes Ebenbild gefunden. Die tuckt jetzt durch den Staub und stimmt „Rata de dos Patas“ an. Die Lieder von Paquita sind vor allem für Frauen, was daran liegen kann, dass sie vor Allem gegen Männer sind:

„Du schmutzige Ratte, du Kriechtier,
Du Abschaum und Schandfleck
Du Untermensch und Höllengespenst, verdammter Wurm,
Wie viel Schaden du mir angetan hast!

Ungeziefer, Giftschlange
Verschwendung von Leben
Ich hasse und verachte dich!

Du zweibeinige Ratte
Ich rede mit dir!
Denn auch das verdammteste Kriechtier
Sieht gut aus neben dir.“

Zwischen den Tiraden haut die Tunte noch ein paar „Habt ihr gehört, ihr nutzlosen Männer?“ raus an die Crowd. Hätten wir das auch.
Der nächste soll Joan Sebastian nachmachen, fährt also im Pferd vor und gibt dann etwas verstimmt dessen Corridos zum Besten. Es wird dunkel, es donnert, im Hintergrund baut die Band wieder ab. Wird demnächst wohl regnen, wie es aussieht.

Nach Joan Sebastian kommen die Kinderreiter aus Kalifornien. Die beiden Chicanos vollführen Kunststücke auf ihren Pferden und der Moderator lobt die beiden dafür, das mexikanische Brauchtum zu bewahren. Eigentlich sollte jetzt das Showreiten kommen, der Höhepunkt des Festes, seit Stunden reiten sich im Hintergrund die Cowboys warm, seit Wochen war das auf den farbenfrohen Plakaten angekündigt. Dann wäre noch die ganze Nacht lang Live-Musik gewesen… Aber es ist schon jetzt stockdunkel, die drei Farbscheinwerfer der Band können das Showreiten auch nicht mehr retten und so muss man sagen: Scheiße geplant – aber auch so war José mal wieder froh mit Nacho angestoßen zu haben und Doña Bárbara hat mal wieder mit der blutjungen Mari von den Tacos dorados gequatscht und am Ende ziehen sie wieder alle heim über die huckligen Straßen von Tejalpa und stoßen weiter an und tratschen und machen dann ihre privaten Afterhours in den Vorgärten und Hinterhöfen der Gemeinde und sind sich nachher alle einig: Viva México!

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Eine Antwort to “Rodeo in Tejalpa”

  1. brammbus Oktober 1, 2012 um 12:28 pm #

    e viva espania ,teqilla mortes,cest nexicco.
    ahoi..kamerdos

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